Ipsative Anordnung

Der Schweregrad einer psychischen Störung wird bei herkömmlichen Erhebungsinstrumenten entweder über die schlichte Aufsummierung von Symptomen oder über sogenannte Likert-Skalen bestimmt. Letztere produzieren aber sehr viel „statistisches Rauschen“, d.h. Ungenauigkeiten in den Auswertungen. Bei längeren Fragebögen wird die Bearbeitung außerdem schnell unübersichtlich.


Klenico bringt deshalb ein eigens entwickeltes Verfahren ins Spiel, die sogenannte Ipsative Anordnung. Dabei klickt der Patient in einem ersten Schritt einfach diejenigen Aussagen an, die seinem Empfinden nach zutreffend sind. In einem zweiten Schritt platziert er dann die ausgewählten Items auf einer vertikalen Achse, so dass die Anordnung der von ihm empfundenen Belastung entspricht. Dieses zweistufige Vorgehen hat einerseits den ökonomischen Vorteil, dass nur diejenigen Items bewertet werden müssen, die auch als zutreffend wahrgenommen werden. Andererseits werden die Items grafisch direkt zueinander in Beziehung gesetzt, was mehr der eigenen, intuitiven Wahrnehmung entspricht und zu genaueren Messungen führt als die abstrahierenden Kreuzchen-Felder bei Likert-Skalen.

Damit ist nun aber erst die Innenperspektive des Patienten berücksichtigt, wohingegen die professionelle Außenperspektive des Diagnostikers ein anderes Bild ergeben könnte. Beispielsweise wird eine Substanzabhängigkeit vom Patienten vielleicht als unbedeutend abgetan, vom Diagnostiker dagegen als hoch relevant eingestuft. Darüber hinaus hat der Diagnostiker – im Gegensatz zum Betroffenen – die nötige Erfahrung und Objektivität, um den Schweregrad einer Symptomatik auch mit anderen Fällen zu vergleichen. Klenico bietet dem Diagnostiker deshalb die Möglichkeit, sowohl den Gesamtschweregrad als auch einzelne Symptome in der vom Patienten erstellten Anordnung zu verändern. So kann er im Hinblick auf die Therapie andere Prioritäten zu setzen. Beide Einschätzungen bleiben jeweils als eigenständige Symptomkarten nebeneinander bestehen.

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