Symptomkarten und Veränderungskarten

Die Struktur einer Symptomkarte basiert auf den verschiedenen Korrelationen zwischen einzelnen Symptomen: Je häufiger die Symptome gemeinsam auftreten, desto näher liegen sie in der Karte beisammen. (Lesen Sie hier mehr dazu.) In diese gleichbleibende Grundstruktur wird die individuelle Symptomatik eines Patienten anhand eines intuitiv verständlichen Farbcodes eingetragen. So erkennt der Kliniker auf einen Blick, von welchen Syndromen bzw. Störungsbereichen der Patient betroffen sein könnte. Darüber hinaus werden aber auch Symptome erfasst und dokumentiert, die vielleicht nicht direkt mit dem Hauptstörungsbild assoziiert sind, den Patienten aber dennoch belasten. Ein differenzierter Abgleich der einzelnen Symptome mit den ICD-Kriterien erfolgt schließlich über die Detail-Ansicht der Karte, wo sämtliche Symptome beschriftet sind.

Dem Therapeuten stehen die Symptomkarten unmittelbar nach der Erhebung zur Verfügung. Per E-Mail kann er eine Einladung zur Selbstauskunft verschicken, so dass ihm noch vor dem Erstgespräch eine auf der Selbstauskunft basierende Karte zur Verfügung steht. Die ausgeklügelte methodische Verknüpfung der Innen- und Außenperspektive findet auch bei den Symptomkarten ihre Entsprechung, denn für jede Art der Einschätzung bleibt eine eigene Karte bestehen. Die Expertenkarte stellt dabei mit der korrigierenden und ergänzenden Einschätzung des Diagnostikers eine optimale Grundlage für die Vergabe einer Diagnose dar.

Eine große Stärke des Klenico-Diagnosesystems sind die sogenannten Veränderungskarten. Dazu müssen mindestens zwei vollständige Erhebungen vorliegen, beispielsweise zu Beginn und zum Ende einer Therapie. Das Klenico-System berechnet dann für jeden einzelnen Symptompunkt die Differenz zwischen den beiden Ausprägungsgraden. Wenn ein Symptom zum zweiten Erhebungszeitpunkt weniger stark ausgeprägt ist, wird dieses in der Veränderungskarte im Sinne einer positiven Veränderung (Symptomrückgang) durch einen grünen „Halbmond“ hinterlegt. Eine Verschlechterung, d.h. eine stärkere Ausprägung zum zweiten Zeitpunkt, wird dagegen rot markiert. Auf diese Weise wird ein Therapieerfolg auf einen Blick sichtbar.

HINWEIS: Die aktuell zur Verfügung stehenden Symptomkarten basieren noch nicht auf empirischen Daten und sind als hypothetische Karten zu verstehen.