Innenperspektive und Außenperspektive

Eine ganz grundlegende Herausforderung der psychiatrischen Diagnostik besteht darin, das Erleben eines Betroffenen (Innenperspektive) mit dem von außen zu beobachtenden Verhalten (Außenperspektive) zu verbinden und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Obwohl sich die meisten psychischen Erkrankungen im abweichenden Erleben eines Betroffenen manifestieren, sind dessen Äußerungen für diagnostische Belangen längst nicht immer ausreichend. Oft ist für die Diagnosestellung eine objektivierende Interpretation nötig, manchmal auch die genaue und reflektierte Beobachtung des Verhaltens eines Betroffenen. Klenico trägt diesen zwei Perspektiven konsequent Rechnung, indem es die diagnostische Erhebung in zwei Elemente aufteilt, die sich gegenseitig ergänzen:


Selbstauskunft

Hier wählt der Patient Ich-Aussagen aus, die seinem Empfinden und Erleben entsprechen (= Innenperspektive). Diesen Teil der diagnostischen Erhebung (etwa ¾ aller Symptome des Klenico-Systems) können die meisten Patienten selbstständig bearbeiten. Per E-Mail oder über ein Tablet erhalten sie Zugang zu einer entsprechenden Website.



Beurteilung durch den Diagnostiker

Auf Basis der Selbstauskunft generiert die Software einen interaktiven Gesprächsleitfaden. Der Diagnostiker interpretiert dabei die Äußerungen des Patienten oder beobachtet ihn (= Außenperspektive). Dieser Teil findet im Diagnostischen Interview mit dem Patienten statt und betrifft lediglich ¼ aller Symptome des Klenico-Systems. Per Tablet wird der Diagnostiker durch die verschiedenen Störungsbereiche geführt.

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