Screening und adaptive Exploration

Das Klenico-System ermöglicht eine breit angelegte Differenzialdiagnostik über zahlreiche Störungsbereiche hinweg. Dabei arbeitet es jedoch sparsam und effizient – unter anderem durch ein computer-gestütztes, zweistufig adaptives Erhebungsverfahren: Die Selbstauskunft beginnt mit einem Screening, bei dem jeder Störungsbereich mit einigen wenigen, aber besonders aussagekräften Items abgedeckt wird. Wählt der Patient mindestens eines davon als zutreffend an, wird im zweiten Teil der Erhebung der betreffende Störungsbereich mit der vollen Anzahl der Symptome (bzw. Items) erfasst. Wenn andernfalls der Patient für einen Störungsbereich kein Screening-Item anklickt, fällt der Bereich im zweiten Teil vollständig weg.

Im Grunde ist dieses Vorgehen jedem Kliniker geläufig: Bestimmte Störungsbereiche werden anhand von grundlegenden Fragen überprüft (z.B. "Hören Sie manchmal Geräusche oder Stimmen, die andere nicht hören können?" für psychotische Merkmale). Klenico setzt dasselbe Prinzip in der Software um: Die Screening-Items sind charakteristisch für einen oder maximal zwei Störungsbereiche. Sie beziehen sich entweder auf deren Kernsymptomatik (z.B. Interessenverlust bei Depression) oder sind generellere Aussagen zu einem Störungsbild (z.B.: „Ich werde oft als chaotischer Typ bezeichnet.“ für ADHS). Psychometrisch ausgedrückt sind die Screening-Items für das jeweilige Störungsbild zwar stark sensitiv, dafür etwas weniger spezifisch. Diese Gewichtung der Sensitivität begünstigt, dass vorliegende Störungen zuverlässig entdeckt werden.

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