Klenico in der Zukunft

Eines unserer zukünftigen Projekte könnte Alternativen zu den vieldiskutierten Fallpauschalen aufzeigen:

Im Gegensatz zur rein kategorialen Diagnostik, auf der die Idee der Fallpauschalen basiert, kann mit Klenico ein differenzierter Symptombefund erstellt werden, der die Beschwerden eines Patienten störungsübergreifend erfasst. Die Registrierung von Dysfunktionen endet also nicht an den engen Grenzen bestehender Störungskonzepte, sondern findet darüber hinaus statt. Auf diese Weise lassen sich möglicherweise neue, systematische Cluster- bzw. Syndrom-Kombinationen entdecken, die bislang nur unzureichend über Komorbiditäten beschrieben werden konnten. Möglich, dass diese Kombinationen den gängigen Störungskonzepten entsprechen, vielleicht weisen sie aber auch eine eigene Charakteristik auf.

Derselbe Algorithmus, der zur Berechnung einer Symptomkarten-Struktur dient, kann auch hier wertvolle Dienste leisten: Nehmen wir an, eine Klinik führt mit all ihren Patienten zu Beginn und am Ende einer Behandlung jeweils eine Symptomerfassung durch. Anstelle einer "Symptomkarte" kann der Algorithmus nun eine "Patientenkarte" erstellen, wobei die einzelnen Punkte eben keine Symptome, sondern Patienten repräsentieren. Je ähnlicher die Symptomausprägungen der Patienten sind, desto näher liegen sie auf der "Patientenkarte" zusammen. Auf diese Weise werden Patienten-Subgruppen mit den oben erwähnten, charakteristischen Symptom- oder Syndrom-Kombinationen ersichtlich.

Eleganterweise funktioniert dasselbe auch in einem zeitlichen Verlauf: Wenn eine Genesung stattfindet, sind die Symptome per Definitionem rückläufig. Dadurch werden sich die Patienten in ihren Symptomausprägungen immer ähnlicher, bis diese (idealerweise) vollständig verschwinden. Wenn also eine "Patientenkarte" mit mehreren Verlaufsmessungen erstellt wird, lässt sich für das ganze Patientenkollektiv wie auch für den einzelnen Patienten eine "Bewegung" hin zu einem gesunden Endzustand herauslesen (vgl. Abb. rechts). Auf dieser Basis kann die Genesung eines individuellen Patienten nachvollzogen und vor allem mit derjenigen von ähnlichen Patienten verglichen werden. Möglicherweise wäre das eine realistischere und somit fairere Basis für die Berechnung von Fallpauschalen.